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Entlastung bei Pflege, Versorgung und Betreuung eines kranken Angehörigen

"Hat man Probleme mit den Seinen,
dann hilft kein Jammern und kein Weinen.
Man nimmt das Herz in beide Hände,
verlässt die ach so vertrauten Wände
- zur Gruppe, die kennt ja unsere Sorgen,
die oft beginnen schon früh am Morgen."

.
Hanna Sichling,
aus:
"Die Angehörigengruppe - Ein Leitfaden für Moderatoren"

Mehr als 10 Jahre Pflegeversicherung, 3 Jahre zusätzliche Leistungen z.B. bei einer Demenzerkrankung, hat dies die Situation der Kranken und ihrer Angehörigen verbessert?

Einerseits ja, weil im Gegensatz zu früher Zuschüsse zu den pflegebedingten Kosten, stationärer Pflege oder Kurzzeitpflege bezahlt werden, private Pflegekräfte besser abgesichert und manche Pflegehilfsmittel leichter zu erhalten sind. Stundenweise Betreuung, etwa für Demenzkranke, kann bis zur Höhe von 200 € monatlich erstattet werden. Anderseits wird bemängelt, dass die Schwelle zum Erreichen einer Pflegestufe sehr hoch sei. Auch wurden die Zuschüsse seit Einführung der Pflegeversicherung nicht erhöht und z.B. die Leistungen für Tagespflege werden teilweise mit den ambulanten Leistungen verrechnet. Zusammenfassend kann man sagen, dass es eine Reihe von gesetzlichen Möglichkeiten und auch Angebote zur Entlastung gibt. Die Inanspruchnahme setzt aber genaue Kenntnis voraus.
In Berlin stehen für eine fachlich fundierte Unterstützung einige Beratungsstellen zur Verfügung.

Trotz all dieser Möglichkeiten stehen gerade Angehörige oft alleine da bei ihrer Sorge um einen erkrankten Verwandten. Oft fehlt eine kontinuierliche Möglichkeit der Unterstützung. Kurse und Gesprächsgruppen für Angehörige können dabei Abhilfe schaffen. Die Kranken können teilweise mitgebracht oder für diese eine häusliche Betreuung organisiert werden.

Kurse für pflegende Angehörige vermitteln Wissen um pflegerische Maßnahmen, positive Umgangsregeln mit Erkrankten, Hilfsmittel und rechtliche Aspekte. Sie umfassen mehrere Termine, zunehmend werden sie auch komprimiert an Wochenenden angeboten.

Gerade der Umgang mit den Kranken kann viel zu einem konfliktfreieren Zusammenleben beitragen. Dabei wird den Angehörigen jedoch viel Geduld und Gelassenheit abverlangt, wobei fast jeder einmal an seine Grenzen stößt. Hier empfiehlt sich der regelmäßige Besuch einer Gesprächsgruppe. Auch wenn bei vielen zu Anfang die Befürchtung steht: "dazu habe ich keine Zeit" oder "da werde ich mit den Problemen Anderer konfrontiert" so äußern sich fast alle TeilnehmerInnen später sehr positiv über den Besuch einer Gruppe. Diese spendet Trost, ist hilfreich bei Problemen, stärkt und macht Mut.
Adressen von Kursen und Gesprächsgruppen sind bei uns erhältlich. Um aktuelle Angebote vermitteln zu können, benötigen wir auch die Informationen der Anbieter. Diese unterstützen wir auch bei der Konzeption, der Planung und dem Aufbau von Gruppen.

Eine weitere Form der Entlastung können Betreuungsgruppen oder Betreuungsbörsen bieten. Verschiedene Träger, wie die Alzheimer Gesellschaft Berlin e.V. oder die Alzheimer Angehörigen Initiative e.V. leisten solche Angebote.

Auch die Diakonie steht hierbei nicht zurück und hat das Angebot Haltestelle Diakonie entwickelt. 
Das Herzstück dieser Arbeit bilden engagierte Ehrenamtliche. Wenn Sie Interesse an dieser Tätigkeit haben oder das Angebot nutzen möchten: wir vermitteln gerne an die zuständigen Ansprechpartner.

Die Betreuungsgruppen bieten für 2 - 3 Stunden Anleitung und Beschäftigung z.B. für Demenzkranke. Diese erleben Gemeinsamkeit und erfahren Wertschätzung, ihr Selbstwertgefühl wird gestärkt.

Die stundenweise häusliche Betreuung bringt für die Kranken eine Abwechslung und für die Angehörigen eine kleine Auszeit.

Liebe Leserin, lieber Leser, wenn Sie selbst Angehörige versorgen oder jemanden kennen, dann nehmen Sie die vielfältigen Möglichkeiten der Beratung wahr oder ermuntern Ihre Bekannten dies zu tun. Die Beratungen bei uns sind kostenfrei und unverbindlich. Welche Angebote Sie für sich in Anspruch nehmen möchten, bleibt immer Ihre Entscheidung. Eins ist jedoch sicher: je mehr Unterstützung vorhanden ist, desto länger kann die Versorgung eines Kranken für alle zufrieden stellend geleistet werden. Es lohnt sich auf jeden Fall, auch nach längerer Pflegetätigkeit nachzufragen, ob sich etwas verändert hat und es vielleicht etwas Neues zu entdecken gilt.

 

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