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Diagnose Demenz
- Es gibt Hilfen! -

Inzwischen kennen wir alle die Befürchtungen vieler Menschen, egal ob jung oder alt, "ob vielleicht die Vergesslichkeit bereits ein Alzheimer ist?". Klar ist, dass in Zeiten großer Belastung eine gewisse Vergesslichkeit ganz normal ist. Vorsicht ist geboten, wenn wir feststellen, dass jemand so große Gedächtnis- und Orientierungsprobleme hat, dass es im Alltag zu Fehlhandlungen kommt, er oder sie vielleicht mit Vertrautem gar nicht mehr klar kommt. Besonders Auffälligkeiten in neuen Situationen und zunehmende Konzentrationsstörungen können ernstzunehmende Hinweise sein. Dann ist es besonders wichtig eine fundierte Diagnose in Anspruch zu nehmen. Hierzu eignen sich die sogenannten "Gedächtnissprechstunden". In Berlin sind diese an Krankenhäusern, meist innerhalb der Psychiatrischen Abteilungen angesiedelt. Mit einer ärztlichen Überweisung, auch durch den Hausarzt, wird dort eine gründliche Diagnostik durchgeführt, auch um auszuschließen, dass es sich um eine andere Erkrankung handelt, die vielleicht ähnliche Symptome verursacht. Heilen lassen sich Demenzerkrankungen noch nicht, aber die richtige medikamentöse Therapie kann den Verlauf hinauszögern und abmildern.

Danach ist es wichtig, sich mit der Erkrankung, ihrem Verlauf und anderen wichtigen Informationen zu befassen. Informationen zur Krankheit und Hinweise zum alltäglichen Umgang mit einem Demenzkranken geben Informationsveranstaltungen, welche Sie auch in dieser Broschüre finden, und Kurse speziell für Angehörige von Demenzkranken. Die Alzheimer-Gesellschaft Berlin e.V. bietet diese Kurse an unter dem Titel "Hilfe beim Helfen".

Eine große Rolle im Zusammenleben mit einem Demenzkranken spielt das Verständnis der Krankheit und daraus folgernd der Umgang mit dem Kranken. Das meist veränderte Verhalten stellt im Alltag eine große Belastung für die Angehörigen und das soziale Umfeld dar. Rückzug des Kranken, Eigensinnigkeiten, Wut oder Traurigkeit haben oft eine Ursache, die z.B. aus einer Überlastung des Kranken resultiert. Er oder sie kommen mit Situationen nicht mehr klar, sie schämen sich vielleicht deswegen, ärgern sich darüber oder es ängstigt sie. Hier haben Angehörige gute Erfolgserlebnisse, wenn es ihnen gelingt zu verstehen und hilfreich zu reagieren. Eine große Hilfe sind dabei die Gesprächsgruppen für Angehörige von Demenzkranken, Adressen erhalten Sie beim BeSIZ.

Eine weitere wichtige Frage ist die, wer den oder die Kranke(n) rechtlich vertritt, wenn diese das selbst nicht mehr können. Eine weit verbreitete Fehlinformation ist, dass z.B. Ehegatten sich ohne weiteres rechtlich gegenseitig vertreten dürfen. Das ist nicht so! Auch diese müssen entweder zu gesunden Zeiten eine Vorsorgevollmacht, manchmal auch Generalvollmacht genannt, erstellen oder es muss über das zuständige Amtsgericht -Vormundschaftsgericht- eine rechtliche Betreuung beantragt werden. Die Betreuungsvereine in jedem Berliner Bezirk beraten und unterstützen in diesen Fragen.
Weitgehend unbekannt ist, dass es auch technische Hilfen für Demenzkranke gibt. Herdsicherungen tun z.B. gute Dienste, wenn befürchtet wird, dass die Kranken diesen vielleicht nicht ausschalten. Auch ist es möglich die Temperatur des Wassers durch den Einbau eines Temperaturbegrenzers zu regulieren. Damit wird die Verbrühungsgefahr reduziert. Für diejenigen Erkrankten die häufig "weglaufen" gibt es z.B. Sensorfussmatten oder Bewegungsmelder. Weitere Technische Hilfen, sowie Vor- und Nachteile dieser technischen Unterstützungsmöglichkeiten können z.B. der Schriftenreihe der Deutschen Alzheimer Gesellschaft e.V. entnommen werden.

Wenn nun die Begleitung und Pflege des Kranken zu belastend wird, man es alleine nicht mehr schafft, dann gibt es weitere Unterstützungs- und Entlastungsmöglichkeiten.
Diese kosten meist Geld und deshalb sollte auch früh über die Möglichkeiten der Pflegeversicherung nachgedacht werden. Demenzkranke werden in der jetzigen Pflegeversicherung berücksichtigt, auch bei der Einstufung. Natürlich sind für eine Einstufung Tätigkeiten der Körperpflege, Mobilität und Ernährung wichtig. Meist versuchen die Kranken diese Tätigkeiten recht lange alleine durch zu führen, nur eben nicht immer mit dem gewünschten Erfolg. In der Begutachtung wird auch berücksichtigt, wenn Angehörige die Ausführung dieser Tätigkeiten beaufsichtigen oder anleiten müssen. Es ist also ratsam sich bei der Beantragung einer Pflegestufe gut beraten zu lassen und auch einen Widerspruch nicht zu scheuen. Die Koordinierungsstellen Rund ums Alter unterstützen hierbei kostenlos.
Die häusliche Pflege durch ambulante Pflegedienste wird manchmal negativ bewertet, da das System der Leistungskomplexe nicht gut für die Versorgung von Demenzkranken geeignet sei. Trotzdem: wenn Angehörige große Probleme damit haben, eine Körperpflege durch zu führen, macht es Sinn sich hierfür Hilfe zu holen. Kranke lassen sich manchmal von "Fremden" unkomplizierter waschen oder duschen.

Brauchen Angehörige einfach einmal ein paar Stunden für sich, ist der Besuch einer Betreuungsgruppe für dementiell Erkrankte oder eine häusliche Betreuung durch ein sogenanntes niedrigschwelliges Angebot zu überlegen. Die Haltestelle Diakonie, Perspektiven für Menschen mit Demenz ist stadtweit vertreten und bietet diese Form der Unterstützung an.

Reicht auch das nicht mehr aus, kommt vielleicht der Besuch einer Tagespflegeeinrichtung in Frage. Manche haben inzwischen sogar am Wochenende, in den Abendstunden oder an Feiertagen geöffnet.
Die Unterbringung der Kranken für einige Tage oder Wochen ist in Kurzzeitpflegeeinrichtungen möglich. Das BeSIZ oder die Koordinierungsstellen beraten gerne über solche Einrichtungen und vermitteln dorthin. Gut zu wissen, da Angehörige ja auch einmal Urlaub brauchen oder selbst erkrankten können.

Obwohl die wenigsten Menschen selbst ins Pflegeheim möchten oder ihre Angehörigen dorthin bringen wollen, ist dies häufig nicht zu umgehen, gerade wenn die Demenzerkrankung fortschreitet. Ob hier eine ambulant betreute Wohngemeinschaft für dementiell Erkrankte, eine stationäre Wohngruppe für Demenzkranke oder ein herkömmliches Pflegeheim bevorzugt wird, hängt von vielen Faktoren ab. Entscheidungshilfe, hier etwas Passendes zu finden, bieten viele Berliner Beratungsstellen.

Lassen Sie sich beraten, wir nennen Ihnen gerne Angebote in Ihrer Nähe!

 

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